Flagge der Republik San Marino

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Geschichte der Republik San Marino



Die Legende überliefert, dass Marinus, ein Steinmetz von der Insel Rab in Dalmatien, auf den Monte Titano stieg und dort eine kleine Gemeinschaft von Christen gründete, die damals wegen ihres Glaubens von Kaiser Diokletian verfolgt wurden.
Das Gebiet wurde bereits seit prähistorischer Zeit bewohnt, es gibt jedoch erst aus dem Mittelalter sichere Anzeichen für die Existenz einer Burg und anderer Elemente, die bestätigen, dass auf dem Gipfel des Berges eine organisierte Gemeinschaft lebte.
Im Laufe der Jahre nannte sich die kleine Gemeinschaft des Monte Titano in Erinnerung an die legendäre Figur des Steinmetzes Marinus "Terra di San Marino" (Land des Heiligen Marinus), später "Comune di San Marino" (Gemeinde des Heiligen Marinus) und letztendlich "Repubblica di San Marino" (Republik des Heiligen Marinus bzw. Republik San Marino).
Das waren die Wurzeln der Gemeinschaft, die dann ihre Regierung einer Versammlung von Familienoberhäuptern anvertraute, die "Arengo" genannt wurde. Dieser Versammlung verdankt man die Festlegung der ersten Statuten und Gesetze auf der Basis der demokratischen Prinzipien.
1243 wurden die ersten beiden Capitani Reggenti ernannt, die Staatsoberhäupter.
Mehr als einmal geriet im Laufe der Jahrhunderte die Unabhängigkeit der Republik San Marino in Gefahr und genauso oft gelang es den Sanmarinesen ihre Freiheit zu bewahren.
1797 wurde ihnen von Napoleon sogar die Erweiterung ihres Staatgebietes angeboten, die Sanmarinesen aber lehnten dies ab, um nicht in einen Krieg mit dem ehemaligen Eigentümer des Gebietes verwickelt zu werden und dadurch eventuell ihre Unabhängigkeit und Souveränität zu verlieren.
1861 schrieb auch Lincoln an die Capitani Reggenti, um seine Wertschätzung für die Republik und seine demokratischen Prinzipien zu zeigen.

Die Republik San Marino kann sich außerdem ihrer langen Tradition von Gastfreundschaft rühmen: niemals wurde das Asylrecht und die Hilfe für Verfolgte verweigert, wie auch immer deren Lage und (politische) Ansichten waren. Dazu gehörte unter anderen auch Giuseppe Garibaldi, der 1849 vor der Umzingelung durch feindliche Truppen floh und auf dem Monte Titano Unterschlupf fand. Auch während des letzten Weltkrieges beherbergte San Marino über 100.000 Flüchtlinge.

Auch heute lebt die Republik San Marino, unabhängig, demokratisch und neutral weiterhin getreu der alten Traditionen und noch immer feinfühlig für jegliche Anliegen in Sachen Freiheit.



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